Bondage. Warum Fesselspiele viele Paare faszinieren

Über kaum eine andere Technik in der Welt der BDSM Spiele wird so viel gesprochen wie über das Fesseln. Besser bekannt unter dem Begriff Bondage.

Für die einen ist es eine Fantasie. Für andere gehört es längst zum Liebesleben dazu.

Dabei reicht das Spektrum von ganz einfachen, fast spielerischen Fesselungen bis hin zu kunstvollen Techniken. Manche Paare nutzen nur einen Schal oder ein Seil. Andere beschäftigen sich mit aufwendigeren Fesseltechniken wie der japanischen Bondage, bei der Seile nicht nur zur Fixierung dienen, sondern fast schon eine eigene Kunstform darstellen.

Was viele daran reizt, ist das Spiel mit Kontrolle.

Für den fesselnden Part kann es unglaublich spannend sein, der Partnerin oder dem Partner für eine gewisse Zeit die Bewegungsfreiheit zu nehmen. Nicht aus Machtgier, sondern aus Lust am Spiel. Am Reizen. Am Verwöhnen.

Für die gefesselte Person liegt der Reiz oft genau im Gegenteil.

Kontrolle abgeben.
Sich fallen lassen.
Nicht mehr entscheiden müssen.

Manche beschreiben es als intensives Vertrauen. Andere als eine Form von Freiheit, weil man sich ganz auf das Gefühl im Moment konzentrieren kann.

Natürlich kann Bondage auch intensiver werden. Manche Fesselungen sind so angelegt, dass sie nicht nur fixieren, sondern auch eine gewisse körperliche Spannung erzeugen. Freunde dieser Spielart sprechen dann vom sogenannten Lustschmerz.

Dabei gilt jedoch immer eine wichtige Regel.

Sicherheit steht an erster Stelle.

Wer Bondage ausprobieren möchte, sollte sich vorher unbedingt informieren. Welche Materialien sind geeignet? Welche Körperstellen sind empfindlich? Und was tun, wenn sich der gefesselte Partner plötzlich nicht mehr wohl fühlt?

Das Internet bietet unzählige Anleitungen und Tipps rund um das Thema Bondage. Nehmt euch die Zeit, euch wirklich einzulesen. Und bleibt kritisch. Nicht alles, was im Internet steht, ist automatisch sinnvoll oder sicher.

Der gesunde Menschenverstand gehört beim Thema Bondage immer dazu.

Ich habe euch unten ein paar Punkte aufgeschrieben, die mir aus meiner Erfahrung besonders wichtig erscheinen. Nehmt diese Tipps als Einstieg, wenn ihr den Schritt zu einem Fesselspiel wagen wollt.

Viel Spass dabei. Und wenn ihr möchtet, berichtet mir gerne über eure Erfahrungen oder stellt Fragen.


Tipps: 

Bei der Wahl geeigneter Fesselmaterialien sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Vom Seidenschal bis zum speziellen Bondageseil kann vieles verwendet werden.

Elastische Materialien wie Nylons oder Gummiseile sind ungeeignet. Sie ziehen sich unkontrolliert zusammen, wenn sich der gefesselte Partner bewegt.

Wenn ihr Seile verwenden wollt, eignen sich Baumwollseile besonders gut. Sie sind stabil und angenehm auf der Haut. Vorsicht jedoch beim schnellen Durchziehen über die Haut. Dabei können schnell Reibungsverletzungen entstehen.

Bei festen Utensilien wie Handschellen oder Ketten besteht eine grössere Gefahr, sich zu verletzen oder Druckstellen zu verursachen.

Gerade für Einsteiger eignen sich spezielle Bondage Sets, die für solche Spiele entwickelt wurden.

Sicherheit: Hals und Nacken sind absolute Tabuzonen. Auch Gelenke wie Ellbogen oder Knie sollten, wenn überhaupt, nur sehr vorsichtig einbezogen werden.

Sicherheit: Haltet immer ein geeignetes Werkzeug bereit, um Fesseln schnell lösen zu können. Am besten eignet sich eine Verbandsschere.

Sicherheit: Die Fesseln dürfen niemals zu eng sein. Wenn ein Körperteil taub wird oder sich kalt anfühlt, muss die Fesselung sofort gelöst werden.

Sicherheit: Lasst niemals einen gefesselten Partner alleine.


Wer merkt, dass ihn solche Spiele reizen, stellt oft schnell fest, dass Bondage nur ein kleiner Teil einer viel grösseren Welt ist.

Fetische, Fantasien, Machtspiele und Vertrauen gehören zu einem Bereich der Sexualität, auf den viele Menschen neugierig sind, über den aber nur selten offen gesprochen wird.

Genau deshalb habe ich auch meinen Ratgeber „Das wahre Gesicht des Fetischs“ geschrieben. Darin geht es nicht um Provokation, sondern um Verständnis. Warum bestimmte Fantasien entstehen. Wie man sie respektvoll in eine Beziehung einbauen kann. Und wo die Grenzen zwischen Spiel, Vertrauen und Verantwortung liegen.

Danke fürs Lesen. Und vielleicht ist heute genau der richtige Moment, deine Fantasie ein wenig zu entfesseln.

Gwen 


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